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Adrian Mears New Orleans Hardbop

 

Adrian Mears ist ein gediegener stilistischer Multi-Genius, der mit eleganter Grandezza zwischen melancholischen Blues-Elementen, aufmüpfigem Funk, vorwärts drivendem Bop und samtener Lyrik wandelt und die eigene natürliche und allgegenwärtige Gabe zum Swingen mit derjenigen seines Instruments homogen verbunden einsetzt.

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Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2004, Nr. 223, S. 52

Zürcher Kultur

Second Line in sieben Achteln
New Orleans Hardbop mit Adrian Mears


Vor nicht allzu langer Zeit zauberte in "seriösen" Modern-Jazz-Kreisen das Stichwort "New Orleans" bestenfalls ein müdes Lächeln auf die Gesichter. Man dachte unweigerlich ans Bierzelt, an zweitklassige europäische Revival-Bands oder an scheppernde Schellackplatten. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Unzählige Bands wollen echte New-Orleans-Drummer engagieren, aber auch Schlagzeuger ohne entsprechende geographische Herkunft üben die charakteristischen Grooves aus Crescent City. Die New-Orleans-Rhythmen kommen von den marschierenden Brassbands, in welchen in der Regel zwei Perkussionisten mitmachen. Einer bedient die kleine Trommel (Snare Drum), der andere die Pauke und das Becken. Zusammen erzeugen sie jenen unverkennbaren und faszinierenden "Second Line"-Swing, der mit der Art, wie die Modern-Jazz-Schlagzeuger swingen, wenig gemein hat.
Ein paar Jazzmusiker aus der Gegend von New Orleans haben nun eine Methode entwickelt, dieses Second-Line-Gefühl auf das herkömmliche Schlagzeug zu übertragen. Zu den besten davon gehört der aus Bâton Rouge stammende und heute in Paris ansässige Jeff Boudreaux, der im Moods eine Probe seines immensen Könnens gab. Der in Deutschland residierende australische Posaunenvirtuose Adrian Mears hat ihn in seine Band geholt, um sich den Traum von "New Orleans Hardbop" oder - wie er auch sagt - "Stomp Jazz" zu erfüllen. Dazu hat er für sich und seine Partner spannende Kompositionen mit raffinierten Voicings geschrieben, welche zeitgenössischen Hardbop mit Second-Line-Grooves vereinen.
Das Resultat begeisterte. Auf dem Rhythmusteppich von Boudreaux und des soliden Basler Kontrabassisten Stephan Kurmann baute der ungemein groovende, aus Chicago stammende Pianist Peter Madsen das harmonische Grundgerüst auf. Auf diesem wiederum exponierten Mears und der Saxophonist und Klarinettist Domenic Landolf die Themen, um dann durch die Chorusse zu fliegen. Neben einer ausgesprochenen Spielfreude fiel bei dieser Band auch das witzige Interplay auf, das diesen charismatischen Sounds noch zusätzliche Reize verlieh. Mears hat eingängige Musik geschaffen, die niemals banal wirkte. Dass ihm dies gelang und dass er dazu die optimalen Partner finden konnte, verdient Bewunderung.
Zürich, Moods, 22. September.
Nick Liebmann


 

Eine Sythese von New-Orleans-Jazz und Hard-Bop – 60 Jahre oder vier Musikergenerationen auseinander – kann es natürlich nicht geben. Doch versuchte Adrian Mears hier eine originelle, kreative und respectvolle Annäherung an den New-Orleans-Jazz. Im Wesentlichen verband Mears die rhythmischen Eigenarten des New-Orleans-Jazz mit der Melodik und der Arrangierkunst des aktuellen Jazz. Es entstand so eine spannende, höchst eigenwillge und unterhaltsame Musik.            Aargauer zeitung

 

 

Es war witziger, farbiger, abwechslungsreicher Jazz, der hier geboten wurde, im Hard Bop verwurzelt, aber immer wieder abdriftend in jenen „Swamp blues“, den Cajuns singen, schräge Songs, die down home klangen und rhythmische Seitensprünge machten, mit Breaks und Verzögerungen arbeiteten. Tanzmusik hätte es sein können eine Art Stomp (zum Beispiel bei „Stompin“), aber die Zuhörer im bis auf den letzten Platz besetzen „birds eye“ zogen ruhiges Geniessen vor und beschränkten sich auf begeisterte Zurufe. Adrian Mears ist nicht nur ein gewitzter Komponist – auf seinem Instrument zeigte er auf intensive ung gleichzeitig lockere Weise, warum er zu den besten Trombonisten der Welt gerechnet wird... Badisch Zeitung

 

Danach Adrian Mears New Orleans Hardbop-Quintet sehr rasant, stilsicher und dynamisch: Spass am Spiel, der mit souveränität und Herzlichkeit an das begeisterte Publikum weitergereicht wurde.

Excert from Schaffhausen Jazz Festival review by Marcus Maida Jazzthetik Deutschland Juli 05

 

Mit Adrian Mears gabs nach diesen Ausflügen in diverse Stilrichtungen im zweiten teil wieder eigentlichen Jazz zu hören. Sowohl Mears „New Orleans Hardbop“ als auch das Trio „Depart“ spielten mit unglaublichem Druck und höchster Virtuosität eine Musik, die das Publikum förmlich explodieren liess.

Schaffhausen Jazz festival by Beat Blaser Argauer Zeitung 24.05.05

 

Originell und neuartig war hingegen die Kombination von New Orleans Jazz und Bebop, die der in der Schweiz wirkende Posaunist Adrian Mears mit seiner Formation „New Orleans Hardbop“ gefunden hat. Ganz besonders glänzte dabei der in Paris ansässige New-Orleans-Drummer Jeff Bourdreaux, der in beiden stilen absolut sattlfest ist und dermassen swingt, das es das Publikum bei nahe von den Stühlen riss.

Von Nick Liebmann Neue Züricher Zeitung, 23.05.05

 




 

   
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